Die Zukunft von SEO

Adriano Tagliarina - Donnerstag, 24.3.2016
Geschätzte Lesezeit: 4 min

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an SEO denken? Dreimal dürfen wir raten, ok? Also: Google? Wir behaupten einfach mal selbstbewusst, dass wir mit dieser einen Antwort Ihre Gedanken schon erraten haben. Vermutlich werden Sie aber nicht mehr lange nur an Google denken, denn wir stehen vor nichts weniger als einem Paradigmenwechsel der SEO-Strategie!

Wir stehen am Anfang einer neuen Ära der Suche. Bislang hat sich SEO nur um browserbasierte Suchmaschinen gedreht. Bzw. eigentlich mehr oder weniger ausschließlich um Google. Das war die Ausgangsbasis jeglicher Suche und hier begann das Konsumieren von Inhalten. Das ist nun Vergangenheit. Ab sofort nehmen Suchen auch außerhalb von Browserfenstern ihren Lauf. Die Regeln dafür? Tja, da gibt’s noch nicht so viele ...

3 Suchmuster, die SEO für immer verändern werden

Werfen wir also einen Blick auf das, was einen Paradigmenwechsel verheißt.

Die Zukunft von SEO

1. Mobile Search

Schon längst hat die Internetnutzung auf mobilen Endgeräten die Nutzung auf Desktop-Computern überholt. Zu rund 60 Prozent wird heute mobil gesurft. Der Silicon-Valley-Experte Benedict Evans wundert sich darüber, wie man heute noch zwischen mobilem Internet und Desktop-Internet unterscheiden könne. Das klinge so, als ob man über die Gegensätzlichkeit zwischen Farbfernsehen und Schwarz-Weiß-Fernsehen diskutiere, meint er und stellt die These auf: „Mobile is the internet.“

Der Sprung von der Internetnutzung mithilfe einer summenden Kiste unter dem Schreibtisch auf ein handliches wie modisches Hosentaschengerät ist also auch schon so ein Paradigmenwechsel gewesen. Und es kommt noch besser: 85 Prozent der Zeit, die wir mit unserem Smartphone verbringen, treiben wir uns in Apps herum. Tatsächlich handelt es sich nur um einige wenige, die von unüberschaubar vielen Usern verwendet werden. Was heißt das nun für Suchmaschinen?

Content innerhalb von Apps zu durchstöbern ist für traditionell browserbasierte Suchmaschinen nicht einfach. Und er wird auch nicht per traditioneller Methoden für eben diese Suchmaschinen optimiert. Bislang liegt das Monopol noch bei den App Stores von Google und Apple, wenn es um das Suchen und Finden neuer Apps und von Inhalten innerhalb der Apps geht. Und wie gut – oder schlecht – das funktioniert, wissen wir alle ...

Deshalb wird zwangsläufig eine bessere App-Suche kommen. Werfen Sie zum Beispiel einen neugierigen Blick auf Spotlight. Die Suchsoftware auf iPhones gräbt sich durch installierte Apps, durch Nachrichten, Musik und Kontakte. Und startet ebenfalls Suchanfragen im Internet. Dabei folgt sie nicht denselben Regeln wie der Platzhirsch Google, Bing, StartPage, DuckDuckGo und wie sich die Fenster zur Welt alle nennen. Es hat seine eigenen Suchmechanismen und verlangt deshalb auch nach ganz eigenen Optimierungsregeln.

2. Social Search

Wissen Sie, wie viele Suchanfragen täglich über Facebook angestoßen werden? Es sind 1,5 Milliarden. Und wie viele Suchanfragen verzeichnet demgegenüber Google jeden Tag? Es sind „nur“ 3,5 Milliarden. Das soziale Netzwerk holt also lässig auf. Und mehr und mehr dieser Masse an Suchanfragen betrifft nicht nur Personen, sondern Inhalte. Wer Lust hat auf ein Gedankenspiel, der frage sich, welche Rolle Vernetzungen und Einflussnehmer hier in Bezug auf die Suchergebnisse spielen. Schließlich ist es ein sozialer Kanal. Deshalb ist mit Sicherheit eine ganz andere Optimierung für Facebook und seine Social-Media-Kumpane nötig als für reine Suchmaschinen wie Google.

Sehr spannend ist auch die Frage danach, wie diese sozialen Kanäle mit Content überhaupt umgehen. Unternehmen nutzen diese sozialen Seiten üblicherweise dafür, um Inhalte zu promoten und schließlich Leser auf ihre eigene Website leiten zu können. Facebook, Twitter und Snapchat haben allerdings Funktionen gelauncht, um die Leser auf ihrer eigenen Plattform bzw. in ihrer eigenen App zu halten. Facebook macht es zum Beispiel mit den Instant Articles möglich, dass Nachrichtenunternehmen einen kompletten Artikel im Netzwerk veröffentlichen können und somit der Leser alles Relevante bereits in der Facebook-App lesen kann, ohne durch eine neue Ladezeit, die das Umleiten auf die Seite des Nachrichtenanbieters kosten würde, behelligt zu werden.

Bislang galt Social Media als ein mächtiger Kanal, durch den Besucher Content auf der eigenen Firmenwebsite aufstöberten. Jetzt zeichnet sich ein anderes Bild der Zukunft ab. Wenn Content dezentralisiert wird und nicht mehr fest in der Ursprungswebsite verankert ist, braucht es selbstverständlich auch eine ganz andere Optimierung desselben Contents.

3. Voice Search und persönliche Assistenten

Sicher haben Sie schon einmal mit einer von ihnen geplaudert: mit Siri, Cortana oder Alexa. Bzw. mit Google Now. Mit den persönlichen Assistenten von Apple, Microsoft, Amazon und Google, die auf Ihre mündliche Ansprache reagieren. Gemeinsam mit solchen Assistenten ist die Vernetzung von Geräten jenseits des Desktop-Computers und des Smartphones aufgekommen.

Heute haben potenziell Ihre Uhr, Ihre Heizung, Ihr Kühlschrank, Ihr Wohnzimmerlicht und Ihre Badezimmerwaage eine Verbindung zum Internet. Und damit zum unendlichen Ozean an Informationen. Unser Zugang zum Internet ist inzwischen also sehr, sehr breit gefächert. Und damit ist auch unser Suchverhalten ein anderes geworden.

Zunehmend wird weniger über passende Keywords gegrübelt, die die relevantesten Suchergebnisse versprechen. Wer eine Anfrage spontan unterwegs in sein Telefon wispert, formuliert sein Anliegen anders, als wenn er es in Ruhe an seinem Schreibtisch auf der Tastatur tippen würde. Das heißt, Suchanfragen werden weniger strukturiert und weniger spezifisch.

Vom persönlichen Assistenten wird eine erfrischende Antwort auf die Frage „Was könnte ich heute Abend machen?“ verlangt und keine Liste an Ergebnissen auf die geschriebenen Suchbegriffe „Currywurst Berlin beste Bude“. Die Assistenten bauen ihre Ergebnisse nicht auf die besten Übereinstimmungen mit den getippten Worten auf, sondern auf ihre gespeicherten Erkenntnisse aus der Historie und dem Kontext des Nutzers.

Seien Sie bereit für eine neue Ära!

Wir hoffen, dieser Ausblick auf die Zukunft der digitalen Suche hat Sie inspiriert und nicht eingeschüchtert. Wir hoffen, sie scharren nun mit den Füßen, anstatt mutlos in sich zusammenzusinken. Jetzt wissen Sie, wohin die Reise geht. Also schnüren Sie Ihr Päckchen, um auch in Zukunft gefunden zu werden. 

Vergessen Sie aber nicht: SEO ist nur ein Puzzle-Teilchen von vielen für zeitgemäßes, effizientes Marketing. Machen Sie sich doch einmal mit der Inbound-Methode in unserem kostenlosen Einsteiger-Guide vertraut und gehen Sie Ihre Marketing-Zukunft gleich komplett an!

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Adriano Tagliarina

Adriano Tagliarina ist Gründer und Geschäftsführer der TRIALTA, eine der ersten Inbound-Marketing-Agenturen in Deutschland.

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