12 No-Gos auf Facebook

Thomas Weigl - Freitag, 15.1.2016
Geschätzte Lesezeit: 5 min

12 No-Gos auf Facebook

Dass eine Unternehmensseite auf Facebook inzwischen ein Standard im bunten Strauß der Webpräsenzen ist, dürfte allseits bekannt sein. Wer auf Facebook nach einem Unternehmen sucht, aber keine Seite davon findet, ist mindestens genauso enttäuscht, wie wenn er gegoogelt und dabei herausgefunden hätte, dass die betreffende Firma überhaupt keine Website hat. Mit einer Facebook-Seite machen Sie also alles richtig. Oder doch nicht?

Grundsätzlich eine Facebookseite zu haben sichert Ihnen schon einmal mehr Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe. Damit Sie diese in dem sozialen Netzwerk nicht gleich wieder vergraulen, sollten Sie rund um Ihr Social-Media-Engagement allerdings ein paar Dinge beachten. Bzw. gewisse Dinge unbedingt vermeiden. Damit Sie nicht durch alle nur möglichen Fettnäpfchen waten, haben wir für Sie ein Dutzend No-Gos für Ihr B2B-Engagement auf Facebook zusammengestellt.

1. Legen Sie sich kein Profil zu..

Wie jetzt? Sie haben richtig gelesen. Bitte legen Sie sich kein Profil auf Facebook an, sondern eine Seite. Profile sind für Privatmenschen, Seiten für Unternehmen.

2. Legen Sie sich nicht mehrere Konten an.

Bei diesem Ratschlag dürfen Sie sich als Unternehmensvertreter wie als Privatperson gleichermaßen angesprochen fühlen. Facebooks Richtlinien sehen vor, dass eine Privatperson nur ein Profil haben darf. Sie tun also gut daran, dieser Vorgabe zu folgen, andernfalls kann es sein, dass Facebook beide Konten löscht.

Im Geschäftsbereich, ergo bei den Seiten, gibt es solch eine Restriktion nicht. Sie sollten das aber trotzdem nicht ausnutzen. Wären Sie nicht irritiert, im Netz zwei oder drei Unternehmensauftritte ein und derselben Firma zu finden? Eben. Auf Facebook würde es gleichfalls verwirren. Und wenn Sie ganz ehrlich sind: Wird die Zeit nicht manchmal allein für die Pflege eines einzigen Accounts knapp? Wie wollten Sie in derselben Zeit gleich zwei Timelines füttern?

3. Stellen Sie die Kommentarfunktion nicht aus.

Nutzen Sie Facebook nicht als Einbahnstraße, nicht als bloßes Megafon für Ihre Unternehmensbelange und -angebote. Die sozialen Medien sind gemacht für Interaktion und nicht für einseitige Kommunikation.

Wer Nutzern nicht erlaubt, ihre Gedanken zu einem Post zu teilen, wirkt leicht arrogant. Wer es Nutzern nicht erlaubt, ihre Probleme zu posten, vergibt sich außerdem die Chance, die drängenden Anliegen und Bedürfnisse seiner (potenziellen) Kunden kennenzulernen.

4. Versäumen Sie nicht, die Beiträge und Kommentare auf Ihrer Seite zu beobachten.

Eng mit dem vorherigen Punkt einher geht unsere Empfehlung, ganz im Sinne der beidseitigen Kommunikation auf die Gedanken, Probleme, die Kritik und das Lob Ihrer Leser zu reagieren. Sie entscheiden natürlich, ob Sie Beiträge der Nutzer erst überprüfen, bevor sie auf Ihrer Seite online gehen dürfen, oder ob Sie den öffentlichen Nachrichten Ihrer Leser überhaupt keinen Riegel vorschieben.

In jedem Falle aber beobachten Sie bitte, wer da was wann gepostet hat, und reagieren Sie zu entsprechender Zeit auf adäquate Weise darauf. Das sind Sie Ihren Kunden und denen, die es noch werden könnten, schuldig. Oder um es positiver zu formulieren: Damit drücken Sie Ihre Wertschätzung aus.

5. Ignorieren Sie negative Kritik nicht.

Wie Sie merken, ist uns der Aspekt der beidseitigen Kommunikation wirklich wichtig. Deshalb hier noch einmal vertieft: Reagieren Sie unbedingt auch auf negative Kritik. Wer das nicht tut, sagt seinen Lesern: „Ich schmolle jetzt!“ Oder: „Ich stehe über den Dingen. Du als einzelner Kunde bist mir echt egal.“ Mit einer sachlichen, hilfreichen, problemlösenden Antwort sagen Sie stattdessen: „Ich nehme dein Anliegen ernst. Es liegt mir am Herzen, die Schwierigkeit zu beseitigen und dich glücklich zu sehen.“ Klingt kitschig? Macht den Nutzer – Ihren Kunden – aber glücklich!

Facebook fuer B2B

6. Lassen Sie Meta-Descriptions nicht unverändert Einzug in Ihre Timeline halten.

Gucken wir uns nun gemeinsam an, wie Sie am besten Informationen posten. Wenn Sie einen Link veröffentlichen, schnappt sich Facebook automatisch Metadaten der betreffenden Seite – ein Bild und eine kurze Beschreibung. Und würde das auch so abbilden, wenn Sie nichts Weiteres unternehmen, sondern einfach nur auf „Veröffentlichen“ klicken. Tippen Sie stattdessen ein paar eigene Worte dazu, fügen Sie ein Zitat ein oder picken Sie sich einen spannenden Aspekt des verlinkten Inhalts heraus. Löschen Sie auch die mitunter Hunderte Zeichen lange URL. Damit schmeicheln Sie Ihren Nutzern auch optisch.

7. Posten Sie nicht nur Fotos.

Bilder zu posten geht schnell. Und Bilder wirken immer. Stimmt beides. Aber nur Bilder auf die Dauer sind auch ziemlich öde. Außerdem haben Bilder inzwischen die schlechteste organische Reichweite. Videos haben dagegen momentan die beste. Was natürlich nicht heißt, dass Sie jetzt jeden Mitarbeiter mit einer Handycam ausstatten sollen. Spielen Sie stattdessen mit verschiedenen Formaten. Posten Sie Texte, Videos, Grafiken, Fotos ... Auf Facebook dürfen Sie die Persönlichkeit Ihres Unternehmens zeigen. Ein Foto einer geselligen Mitarbeiterrunde, auf dem sich jeder Porträtierte taggen kann, ist erfrischend zwischen faktenlastigen Infoposts. Experimentieren Sie, um herauszufinden, was bei Ihrem Publikum am besten ankommt.

8. Gestalten Sie Ihre Posts nicht zu lang.

Auch wenn Ihnen gerade der Kopf vor brillanten Ideen überschäumt und Ihnen schmissige Texte nur so in die Tastatur zu fließen scheinen – fassen Sie sich besser kurz. Testen Sie auch in dieser Hinsicht, was bei Ihren Lesern am besten ankommt. Generell gilt, dass kürzere und knackige Posts ein größeres Engagement der Nutzer nach sich ziehen als romangleiche Posts. Also nicht der mit dem Längsten punktet ...

9. Stellen Sie nicht einfach Bilder beliebiger Größe online.

Nicht nur für Profilfotos und Titelbilder gibt Facebook spezielle Größen vor. Auch für Bilder in der Timeline – in eigenen oder geteilten Posts –, für Sidebar Ads und dergleichen gelten Idealmaße. Das socialmedia institute liefert hier eine Übersicht über die verschiedensten Formate.

10. Glauben Sie nicht, Sie sollten nur zu offiziellen Geschäftszeiten posten.

Wann surfen die meisten User auf Facebook? Als grundanständiger Arbeitnehmer würde man das natürlich nie auf der Arbeit tun, sondern auf den Feierabend verschieben. Studien haben gezeigt, dass in dem sozialen Netzwerk tatsächlich mehr Interaktion nach 17 Uhr stattfindet. Übrigens bis 1 Uhr nachts. Danach flaut das Nutzerengagement verständlicherweise etwas ab. Posten Sie also auch nach Feierabend, vor Arbeitsbeginn und an Wochenenden. Und messen Sie, wann der größte Rummel auf Ihrer Seite läuft. Wenn Sie international tätig sind, gebieten Ihnen allein die verschiedenen Zeitzonen, auch zu für deutsche Angestellte untypischen Zeiten zu posten.

11. Posten Sie nicht zu oft.

Damit wollen wir Sie nun nicht zum Zurücklehnen und Füße-auf-den-Rollcontainer-Legen ermutigen. Sondern Sie vielleicht eher in einem Viel-bringt-viel-Elan bremsen. Posten Sie regelmäßig. Je nachdem, wie viel Sie zu sagen haben – und wie groß Ihr Unternehmen ist –, kann das auch mehrmals täglich sein. Aber müllen Sie Ihre Leser nicht zu. Ein paar weniger, dafür aber ausgewählte Posts von hoher Qualität und echtem Nutzen für Ihr Publikum sind Trumpf.

12. Vergessen Sie nicht, von welchem Konto aus Sie gerade posten.

Ihre Facebook-Startseiten sehen auf den ersten flüchtigen Blick erst einmal gleich aus – egal ob Sie gerade auf Ihrer Unternehmensseite navigieren oder in Ihrem privaten Profil. Da kann man zwischen Kaffeepausensandwich und Präsentationsvorbereitung ganz leicht mal durcheinander kommen. Halten Sie also immer erst ein Sekündchen inne, bevor Sie Kommentare auf der Unternehmensseite von Ihrem privaten Profil aus beantworten oder umgekehrt.

Noch mehr Wissenswertes rund um Facebook im B2B lesen Sie außerdem in folgenden Blogposts:

Wie Sie Ihre organische Reichweite auf Facebook steigern

Wie Sie einen Call-to-Action auf Ihrer Facebook-Seite einfügen

Warum Facebook seine Neuigkeiten-Einstellungen verändert hat

Mit Plan und Struktur in die sozialen Medien einsteigen

Wir hoffen, mit unserem erhobenen Zeigefinger bzw. dem Aufzeigen dessen, was beim „Facebooken“ besser alles nicht getan werden sollte, Ihren Schwung nicht gebremst zu haben, sich von Berufswegen her auf der Plattform zu engagieren. Sondern Ihnen noch mehr Mut gemacht haben, mit Plan, Struktur und kühlem Kopf an das Projekt „B2B auf Facebook“ heranzugehen! Wie Sie jetzt auch noch in anderen sozialen Medien weitermachen, erklären wir Ihnen in unserem kostenlosen Ratgeber „Social Media im B2B“, den Sie sich gleich hier unten downloaden können. Verraten Sie uns in den Kommentaren noch, welche Fallstricke auf Facebook Sie außer unserem Dutzend noch kennen?

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Kategorien: Social Media

Thomas Weigl

Thomas Weigl

Thomas Weigl ist Berater für Inbound Marketing bei TRIALTA, eine der ersten Inbound-Marketing-Agenturen in Deutschland.

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